Technologie

Messprinzip der Multiwell CellDrum

Die CellDrum-Technologie hat in ersten Studien gezeigt, dass sie das Potenzial hat, um kostenintensive und ethisch bedenkliche Tierexperimente zumindest teilweise zu ersetzen. Sie basiert auf der Herstellung eines teilsynthetischen Herzmuskelgewebes aus humanen, stammzell-abgeleiteten Herzmuskelzellen und hochpräzise gefertigten, ultra-dünnen und hyper-elastischen Silikonmembranen, die zusammen die Eigenschaften von echtem Herzgewebe in bisher unerreichter Qualität und Reproduzierbarkeit widerspiegeln.

Konzentrationsabhängiger Einfluß von Verapamil auf die Kontraktion von IPS abgeleiteten Cardiomyozyten

Die Technologie wird seit 2001 am Institut für Bioengineering der FH Aachen entwickelt, wurde jedoch lange Zeit ausschließlich akademisch genutzt. Im Rahmen der Doktorarbeit von Matthias Goßmann, einem der Gründer von innoVitro, wurde sie zu einem industrietauglichen Demonstrator weiterentwickelt und an einer breiten Palette pharmakologischer Wirkstoffe validiert.

Beispielparameter eines in der CellDrum erfassten Kontraktions-Relaxations-Zyklus

Im Vergleich zu bestehenden Lösungen bietet die CellDrum-Technologie sowohl die benötigte Skalierbarkeit zum Hochdurchsatz, als auch eine physiologische Umgebung für die Zellen. Hierdurch werden Messungen von Kontraktilität an Gewebemodellen anstelle von Versuchstieren erstmals attraktiv für die Pharmaindustrie, welche sich einer zunehmenden staatlichen Regulierung von Tierexperimenten ausgesetzt sieht.

Die neu entwickelte Messmethodik erlaubt eine starke Skalierung bei geringem Kostenaufwand. Im Rahmen des Förderprogramms „Start-Up Hochschulausgründung NRW“ und in Zusammenarbeit mit Nanion Technologies wird das Messsystem derzeit zum 96-Well-Format skaliert.

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